Freitag, 24. April 2015

Konflikte am Arbeitsplatz und die Folgen

Konflikte am Arbeitsplatz und die Folgen

Konflikte in der Arbeitswelt nehmen leider zu, die Gründe hierfür können vielfältiger Natur sein.
Arbeitsverdichtung, zunehmender Druck, Existenzängste aber auch die Unfähigkeit der Menschen, offen miteinander zu reden und direkt auszusprechen was einen bewegt. Da wird lieber mal eben eine Nachricht ins Smartphone getackert und mit drei Smileys versehen ohne das mein Kommunikationspartner erkennen kann, wie ich die Aussage wirklich meine. Was fehlt, ist der körpersprachliche Ausdruck, die Stimmlage, meine Stimmung dabei. Schnell kommt es dadurch zu Missverständnissen, die sich zu Konflikten entwickeln können.
Nicht gelöste Konflikte jedoch führen zur Verschlechterung des Arbeitsklimas, zu Arbeitsunzufriedenheit und damit zu schlechteren Arbeitsergebnissen.
Dies kann den einzelnen stark belasten, was sich wiederum in steigenden Zahlen beim Krankenstand bemerkbar macht. In meiner Berufspraxis habe ich es in letzter Zeit immer öfter mit jungen Menschen zu tun, die in irgendeiner Form belastet sind.

Bei jedem ungelösten Konflikt steigt die Gefahr von Mobbing. Ein einzelner Mobbingfall verursacht nach Schätzung von Fachleuten Kosten in Höhe von 15.000 bis 50.000 Euro.
Diese Kosten entstehen u.a. durch die Konzentration auf den Konflikt sowie durch das blockieren von Ressourcen und das nicht nur beim Mobbingopfer.

Motivationsverlust, Krankheit, Kündigung, Versetzung, Neueinstellung usw. das alles lenkt von den eigentlichen Aufgaben ab, aber auch Behandlungsfehler durch unkonzentriertes Arbeiten können die Folge sein.

Konflikte und Mobbing können in einer Praxis, Klinik oder in einem ambulanten Pflegedienst nicht nur das Betriebsklima stark schädigen, sondern auch zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Arbeitnehmer führen.

Wenn sie als Führungskraft spüren, das da bei ihren Leuten was nicht stimmt, versuchen Sie unverzüglich zu intervenieren. Wenn Sie es alleine nicht schaffen den Konflikt zu lösen, dann holen Sie sich Hilfe.

Hier es geht um Menschen!!!

Konfliktberatung - http://www.weber-seminare.de/page12/
  

Dienstag, 11. Februar 2014

Der Nocebo Effekt im Patientengespräch

Nocebo-Effekte sind Beschwerden, die unter einer Scheinbehandlung und/oder durch Suggestion negativer Erwartungen entstehen. Diesen Aspekt sollten sich alle vergegenwärtigen, die kommunikativ mit Patienten zu tun haben.

Das Wissen um den Nocebo-Effekt ist glücklicherweise in den letzen Jahren mehr in den Blickpunkt der medizinischen Berufsgruppen gerückt, jedoch werden immer noch viele unbedachte Äußerungen dem Patienten gegenüber gemacht. Diese Erkenntnis habe ich in zahlreichen Patientengesprächen gewonnen.

Die Aufklärung über mögliche Komplikationen einer Therapie und negative Erwartungen des Patienten können unerwünschte Wirkungen erhöhen bzw. verstärken.
Eine unbedachte Äußerung wie z.B. “Sie haben die Wirbelsäule eines 70-jährigen” können einen Patienten dazu verleiten, das er aus Angst vor Schädigungen seine Alltagsbelastung dramatisch reduziert. Was das Für Patienten mit einer Wirbelsäulenerkrankung für Folgen haben kann, kann sich jeder gut vorstellen.

Eine optimierte Kommunikation ist also sinnvoll, ja sogar medizinisch notwendig, um die „Macht der Worte“ des Arztes und allen anderen Fachgruppen die an der Gesundung beteiligt sind, zum Wohle des Patienten einzusetzen und um Schaden von ihm abzu- wenden. Auch die mögliche Non-Combliance des Patienten gilt es dabei zubeachten.
Welcher Mechanismus beim Nocebo-Effekt eine Rolle spielt ist noch nicht genau bekannt. Nach dem heutigen Kenntnisstand spielen die Konditionierung und die Erwartungshaltung eine wesentliche Rolle.

Der Botenstoff Cholecystokinin (CCK) der in der Darmschleimhaut gebildet wird könnte eine Rolle spielen. Er löst im Gehirn eine Schmerzreaktion aus und hat auch bei Phobien eine entscheidende Funktion. Dieser durch Angst ausgelöste Botenstoff ist vermutlich dafür verantwortlich, dass bei einer verbalen Äußerung dann genau das eintritt was gesagt wurde. Beispiel: „Sie brauchen sich keine Sorgen machen“. Das Wort „keine“ überhört nämlich der Patient gerne, und er macht sich unnötig Gedanken um seine Gesundheit. Eine reduzierte Gesundheitskompetenz und Ängste können den Nocebo-Effekt noch verstärken.

Gerade die besonders ängstlichen Patienten legen jedes Wort des Arztes bzw. des medizinischen Personals auf dieGoldwaage. Kommunikative Kompetenzen werden leider heutzutage in der medizinischen Ausbildung immer noch zu wenig vermittelt.

Aussagen wie z.B. „Wir könnten ja mal XY versuchen“, zeugen nicht gerade von medizinischem Sachverstand, und suggerieren dem Patienten, das der Arzt oder Therapeut nicht mehr weiter weiß. Ob der Patient den Therapievorschlag annimmt, scheint mir unter den beschriebenen Aspekten zweifelhaft.

Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit des Artikels habe ich nur die männliche Form benutzt. Gleiches gilt jedoch auch für Patientinnen, Ärztinnen und Therapeutinnen

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Montag, 4. November 2013

Mangelnde Compliance – ein Behandlungsfehler?

Das Nichteinhalten ärztlicher Ratschläge und die Nichterfüllung therapeutisch notwendiger Pflichten bezeichnet man als Non-Compliance. Vielfach wird unterschieden zwischen unbeabsichtigter und beabsichtigter Non-Compliance. Quelle: Wikipedia

Ich stelle mir oft die Frage: “Ist es ein Behandlungsfehler, wenn der Patient die Therapie heimlich verweigert, bzw. sich nicht kooperativ verhält?”

Die Faktoren wie ein Patient seine Behandlung positiv beeinflussen kann sind genau so zahlreich, wie die Gründe nicht zu kooperieren.
Die bekanntesten Gründe liegen im Ernährungs-, Bewegungs- und Suchtverhalten, aber auch die konsequente Einnahme von Medikamenten beeinflusst den Therapieverlauf ebenso wie auch die Lebensqualität und die Lebenserwartung.
Die häufigsten Gründe für eine fehlende bzw. mangelnde Compliance wird u.a. in der Persönlichkeit des Patienten und auf der anderen Seite im Verhalten der Mediziner gesehen. Beim Patienten spielen Werte, das Krankheits- und Therapieverständnis ebenso eine Rolle, wie die geistige Aufnahmefähigkeit und natürlich die Beziehung zum medizinischen Personal. Das Verhalten der medizinischen Fachkräfte fördert immer dann eine Verweigerung, wenn umständliche bzw. unverständliche Formulierungen, wenig Respekt und Einfühlungsvermögen vorliegen.
Die Compliance der Patienten kann verbessert werden. Grundvoraussetzung ist ein empathisches Verhalten aller Beteiligten im Gesundheitswesen. Wenn sich Patienten wertgeschätzt und sich nicht als Nummer im System fühlen, wird auch die Bereitschaft größer sein, vorgegebene Therapiepläne einzuhalten.

Um die Compliance zu erhöhen können sie folgendes ausprobieren:

Respektvoller Umgang mit dem Patienten 
Patientenbedürfnisse ausloten
Einbeziehen in den Behandlungsablauf
Ein Lob, wenn es gut läuft!!
Information – Gut und verständlich – Alternativen aufzeigen
schriftliche Patientenaufklärung über Therapiepläne und Ziele

Ein regelmässiger Abgleich zwischen Therapieziel und IST-Situation ist zwingend nötig, um Kooperationsdefizite aufzudecken und diese dann mit dem Patienten zu besprechen. Wie immer im Leben kommt es auf eine zielgerichtete Kommunikation an, um das angestrebte Therapieziel auch zu erreichen.

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